Immobilien: Marktwert im Bieterverfahren

Schon Dagobert Duck wollte genau wissen, wieviel Taler seine Immobilien wert sind. Hätte er bereits das Internet nutzen können, wäre dies -mag man einigen Anbietern Glauben schenken- fix gemacht.
Es klingt verlockend – mit der Immobilienbewertung von „tralala.de“ können Sie schnell und günstig den Marktwert Ihrer Immobilie ermitteln. So oder so ähnlich werben seit geraumer Zeit auch renomierte Immobilien-Internetportale.

Auf der andern Seite gibt es die verschiedensten Bewertungsverfahren mit komplexen Formeln, die für eine sachgerechte Bewertung einer Immobilie genutzt werden können. Letztlich kommt es auf den gewünschten Zweck der Berechnung an: Ist es bspw. der Wert für den Wertansatz in einer Bilanz? Oder jener als Basis für die Berechnung des potentielles Erbes oder…?

Wie auch immer, eine Immobilie ist stets ein Unikat. Zweifelsohne gibt es einige Parameter, die eine Bewertung maßgeblich beeinflussen, allen voran die Lage. Nur wie kommt es, dass die subjektive Wahrnehmung des Betrachters häufig zu einem sehr unterschiedlichen Ergebnis kommt? Es ähnelt zuweilen einem Kunstwerk, das von den einen als Gekritzel belächelt und von anderen zu Höchstpreisen ersteigert wird. Begutachtung durch zertifizierte Sachverständige oder „in der Mittagspause mal schnell im Internet durchgeklickt“, beide Ergebnisse lassen sich verargumentieren. Wobei die jeweiligen Adressaten des ermittelten Ergebnisses dies entsprechend würdigen werden.

Grundsätzlich gilt, dass eine Immobilie genau soviel Wert ist, wie jemand bereit ist dafür zu zahlen. Nun mag das schnelle Angebot kommen – 1 Euro. Was fehlt? Die Angebotsannahme! Zwischenzeitlich könnten weitere Interessenten mehr bieten, andere ziehen ihr Angebot zurück. Dies leitet über zu einem Verfahren, welches hierzulande noch relativ selten als Instrument der Immobilienvermittlung genutzt wird, dem sogenannten Bieterverfahren. Nicht selten erfolgt der Einwand, dass dies zumeist bei „schwer vermittelbaren Immobilien“ zum Einsatz kommt. Das ist aber zu kurz gegriffen. Das Bieterverfahren ermöglicht, die marktwirtschaftlichen Mechanismen von Angebot und Nachfrage transparenter wirken zu lassen, als dies bei vielen anderen Methoden im Vertrieb der Fall ist. In der Ökonomie gibt es den Begriff von vollkommenen Märkten, die sich unter anderem durch vollkommene Markttransparenz auszeichnen, d.h. alle Marktteilnehmer haben eine vollständige Einsicht und Übersicht in das Marktgeschehen. Auch reagieren alle Marktteilnehmer sofort auf Änderungen, was wiederum Transparenz voraussetzt, sonst wären die Änderungen ja unbekannt.

Der Prozess beim Bieterverfahren läuft wie folgt ab: Mit einer Einladung zum „Tag der offenen Tür“ besichtigen Interessenten die Immobilie nicht nacheinander und unabhängig voneinander, sondern zeitgleich. „Jeder sieht jeden“, sei es das offenkundige Interesse an einer Immobilie, die Befriedigung purer Neugier, das Feststellen von Mängeln oder die Begeisterung an einzelnen Details. Bei Interesse an der Immobilie kann bereits jetzt ein Kaufangebot abgegeben werden, wobei in der Regel ein Mindestgebot vorgegeben ist. Zumeist erfolgt jedoch vorher noch ein weiterer Besichtigungstermin mit einer Vertrauensperson (Gutachter/Sachverständige), die die Bausubstanz realistisch einschätzen und bewerten können. Dauert die Begeisterung an der Immobilie an, wird nun ein Kaufangebot abgegeben. Man beachte, dass der Zeitraum für die Abgabe eines Kaufangebots begrenzt ist und der Verkauf gegen Gebot im Bieterverfahren vorbehaltlich der Zustimmung des Eigentümers erfolgt!

Im Ergebnis entspricht das höchste Gebot im Bieterverfahren dem Marktwert, welcher von den am Bieterverfahren teilnehmenden Interessenten innerhalb eines bestimmten Zeitraums maximal genannt und transparent wurde, ein „echter Marktwert“. Dieser Wert kann, muss aber nicht die Zustimmung des Eigentümers finden.

Wir haben Ihr Interesse geweckt oder Sie haben Fragen? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf – wir freuen uns auf Sie!

Ihr Team von Immobilienpassion