Ein (Un-)Wort: Vorfälligkeitsentschädigung – keine Peanuts!

handschlag nach dem beratungsgesprch

Mit dem Kauf einer Immobilie erfolgt nicht selten auch die Finanzierung. Sei es die Vollfinanzierung der Immobilie oder nur ein Teil des Kaufpreises, so geht es doch häufig um einen großen Geldbetrag. Was aber sind die Kriterien, die Immobilienkäufer auf der Suche nach einem geeigneten Finanzierer zu Grunde legen? Die klassischen Antworten sind regelmäßig der Zinssatz,  Zinsbindungsdauer und die Laufzeit des Kreditvertrages. Und genau hier liegt die Krux. Was bei Unterzeichnung des Darlehensvertrages noch unbedenklich erscheint kann sich schon kurze Zeit nach Abschluss als „dicker Pferdefuß“ erweisen.

Jede zweite oder dritte Ehe wird geschieden. So oder so ähnlich wird es heiratswilligen Paaren nicht selten von Freunden, Verwandten oder Bekannten vor der Eheschließung „zugeworfen“. Mit der emotionalen Hochphase der Eheschließung gehen mitunter auch Begleiterscheinungen in Bezug auf Begehrlichkeiten einher: Mein Haus, mein Auto, mein Boot … und etwas später meine / unsere Schulden – hoppla!  Das Haus bzw. die Immobilie ist noch nicht abbezahlt. Nun, jetzt wird der Kreditvertrag noch mal genauer gelesen, insbesondere der Passus mit den Kündigungsrechten und -pflichten!

Was folgt ist die bange Phase der Ungewissheit über die Höhe finanzieller Verpflichtungen nach der Scheidung. – Oder besser doch nicht scheiden lassen, weil die errechnete Vorfälligkeitsentschädigung (zur Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung ist auch dieser Artikel lesenswert) für die Kreditnehmer nicht „bezahlbar“ ist. Das mag zwar gut für die Statistik sein (… eine Scheidung weniger…) liegt aber sicher nicht im Zielfoto des „Ehepaars wider Willen“.

Diese Krux ist auch dem Gesetzgeber bewusst geworden, zumindest jenem, der bzw. die für Umsetzung der EU-Richtlinie / Wohnimmobilienkreditrichtlinie verantwortlich zeichnen. Demnach ist bis spätestens März 2016 nationales Recht zu etablieren, wonach die Auswüchse (Willkür?) im Zuge der Berechnung von Vorfälligkeitsentschädigungen durch die Kreditinstitute zu begrenzen sind. Nur, was heißt dies genau, was sind die Grenzen?

Klar ist, dass es Gewinner und Verlierer im Zuge dieser Umsetzung geben wird. Da die Kreditinstitute bisher zumeist als die „Gewinner“ der in Rechnung gestellten Vorfälligkeitsentschädigungen angesehen wurden,  lässt sich leicht erahnen, wer kaum ein Interesse an der Umsetzung dieses Teils der EU-Richtlinie hat – die Kreditinstitute. Schnell haben Lobbyisten und Rechtsabteilungen des Finanzgewerbes Denkanstöße formuliert, um den sich abzeichnenden finanziellen Verlust bestmöglich abzuwenden.

Bis dato ist noch offen, was hierzulande genau umgesetzt wird. Jedoch sei allen Kreditnehmern geraten, vor Abschluss eines Darlehensvertrages für die „geliebte“ Immobilie (oder war es doch der Ehepartner 🙂 genau zu prüfen,  was im Fall der Fälle die finanziellen Konditionen wären, zu denen eine Partnerschaft zu Grabe getragen würde. Damit erfährt der Ausspruch „drum prüfe, wer sich ewig bindet…“ noch eine ganz neue Dimension, die Wahl des geeigneten Finanzierungspartners!

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