Darlehen jetzt! Bank rät zu raschem Abschluss – dann prüfen Sie genau, das Gesamtpaket macht’s!

Die Anbieter von Hypothekendarlehen frohlocken zuweilen: Die Zinsen für Baudarlehen steigen etwas, aber nicht zu stark. Das ist aus Sicht der Finanzierer ideal, denn in diesem Umfeld können sie gezielt Interessenten mit dem Argument „Lange können wir diesen günstigen Zinssatz nicht mehr halten“ leichter zum Kreditabschluss bewegen. Doch unterschreiben sollten Sie nur, wenn auch alle anderen wichtigen Kriterien gut verhandelt sind – sonst kann sich der schnelle Abschluss finanziell schnell als Fehlentscheidung erweisen.
Die Zins-Grafik zeigt es: Die Zinsen für Baudarlehen sind seit Jahresbeginn 2012 bis Anfang Juni relativ stark gefallen und seither wieder etwas angezogen. Dem leichten Anstieg bis Ende Juni 2012 folgte sogleich ein moderater Rückgang. Wird die Zinsentwicklung auf der Zins-Grafik nur bis Ende Juni 2012 gezeigt, drängt sich dem Betrachter ein „hübscher Zacken nach oben“ auf. Dieser lässt sich potentiell so interpretieren, dass nun der Anfang vom Ende der fallenden Zinsen erreicht ist und Interessenten mit steigenden Baugeldzinsen zu rechnen haben. Die Botschaft: Wer jetzt nicht abschließt, muss mit etlichen tausend Euro an zusätzlichen Kosten rechnen. Schaut man knapp zwei Wochen weiter, so ist das Niveau von Anfang Juni 2012 fast wieder erreicht…
Kein Finanzierer hat eine verlässliche Glaskugel
Wann genau Zinsen um wie viel steigen oder fallen, wissen weder Finanzprofis noch sonst wer; Prognosen – ja, klar, aber… Zu viele, allen voran politisch bedingte Unwägbarkeiten beeinflussen gerade aktuell die Rendite für Bundesanleihen und Pfandbriefe, die wiederum die Höhe der Hypothekenzinsen maßgeblich bestimmen. Tatsache ist, dass im Vergleich der letzten Jahre das Zinsniveau für Hypothekendarlehen durchaus attraktiv ist. Für die Finanzbranche ist die Story von „Jetzt unterschreiben oder später teuer bezahlen“ durchaus reizvoll. Und sicher bietet sich angesichts der immer noch sehr niedrigen Zinsen jetzt eine gute Gelegenheit, um ein Hypothekendarlehen mit einer Zinsbindung von 10 oder noch mehr Jahren festzuschreiben. Dennoch sollten Interessenten einen solchen Hinweis durchaus als Aufforderung verstehen, sich mehrere alternative Angebote einzuholen und sich so einen Marktüberblick zu verschaffen.
Sondertilgung verhindert Entschädigung an die Bank
Ebenso wichtig wie ein attraktiver Zins sind die weiteren Kreditkonditionen. So zum Beispiel jene, die eine Anpassung der Tilgung an die eigenen Lebensumstände erlauben. Wer solche Elemente nicht im Darlehensvertrag stehen hat, zahlt über die Jahre hinweg durchaus mehr, als sich aktuell durch einen schnellen Abschluss des Darlehensvertrages einsparen ließe. Dazu gehört das Recht auf mehrfache Sondertilgungen. Wer dies nicht im Darlehensvertrag vereinbart hat und z.B. in den ersten Jahren seines Darlehens den Schuldenstand außerplanmäßig senken will, muss dafür vielfach eine Vorfälligkeitsentschädigung entrichten, die mehrere tausend Euro betragen kann.
Tilgungshöhe lässt sich an Lebensumstände anpassen
Auch die Möglichkeit, die Tilgungshöhe anzupassen gehört in den Darlehensvertrag. Mit dieser Vereinbarung sichern sich Kreditnehmer gegen Änderungen ihrer beruflichen und/oder familiären Situation ab. Werden nachhaltig mehr Taler verdient, kann die monatliche Tilgungsrate erhöht werden. Wenn die Kinder „plötzlich studieren wollen“ und Zuschüsse von Seiten der Eltern einfordern, sorgt eine geringere Tilgungsrate für ein entspannteres Haushaltsbudget.
Fazit: Informieren Sie sich ausführlich und nutzen Sie die Möglichkeit, Angebote von unterschiedlichen Darlehensgebern einzuholen – wir unterstützen Sie gerne!